Karl R. Poppers kritische Methode
Einleitung
Diese Arbeit ist im Rahmen des Proseminars „Positivismusstreit. Die Auseinandersetzungen zwischen der Frankfurter Schule, dem logischen Positivismus, dem amerikanischen Pragmatismus und dem kritischen Rationalismus“ entstanden, aufgrund des Referats zu Poppers Vortrag „Die Logik der Sozialwissenschaften“. In dem Referat habe ich die erkenntnistheoretische Position Poppers dargestellt und möchte mich in dieser Arbeit genauer mit der kritischen Methode1 Poppers beschäftigen. Ich werde zeigen, dass diese die Grundlage der Erkenntnistheorie/Wissenschaftstheorie Poppers ist. Dazu werde ich eine Unterscheidung der erkenntnistheoretischen Annahmen Poppers von seiner Wissenschaftstheorie vornehmen. Ich möchte zeigen, dass die kritische Methode Poppers eine wissenschaftstheoretische Position ist und der erkenntnistheoretischer Ansatz der problematischste Teil der Theorie ist. Um das zu zeigen, werde ich untersuchen, wie Popper die Wissenschaft sieht und in welchem Zusammenhang er ihre Erkenntnisse stellt. Popper sieht die Wissenschaft einerseits getrennt von der der einfachen lebensweltlichen Erkenntnis, andererseits ist sie beeinflusst von lebensweltlichen Problemen und Erkenntnissen. In einem letzten Schritt werde ich die Probleme der Position Poppers aufzeigen.
Ich werde nicht, wie in meinem Referat, dem Text „Logik der Sozialwissenschaften“ folgen, um die Position Poppers zu untersuchen. Sondern nach folgendem Schema vorgehen:
Zunächst will ich die Position Poppers, mit Gewicht auf die kritischen Methode, darstellen und die problematischen Argumente bzw. Annahmen herausstellen, um sie dann nacheinander genauer zu behandeln. Dadurch wird im ersten Schritt der Zusammenhang der Argumente dargestellt und diese übersichtlich in ihre Beziehung gesetzt. Dann in einem zweiten Schritt werde ich die wichtigsten Argumente detaillierter untersuchen. Der letzte Schritt wird, wie oben schon beschrieben, die Problematisierung und Kritik der Position Poppers ausmachen. Zudem möchte ich in meinem Fazit das Programm Poppers in einen wissenschaftstheoretischen Kontext einordnen. Ich lese Poppers Theorie als einen konstruktivistischen Ansatz und nicht als kritischen Realismus. Eine Begründung wird sich in meinem Fazit finden. Aber auch schon in der Darstellung der Theorie werde ich an den einschlägigen Punkten zeigen, warum Poppers Grundlage regulative Ideen sind, die, wie seine Wissenschaftsdefinition, konstruktivistisch gewonnen werden können und müssen. Ich denke, dass die erkenntnistheoretischen Schwachstellen Poppers mit einer konsequenten konstruktivistischen Erklärung des Wissens und Nichtwissens gelöst werden könnten. Dazu im Fazit ein Ausblick, den ich im Rahmen dieser Arbeit nicht vertiefen kann.
Popper ist einer der Protagonisten in der philosophischen Diskussion, die gemeinhin „Positivismusstreit“ genannt wird. Das Proseminar „Positivismusstreit. Die Auseinandersetzungen zwischen der Frankfurter Schule, dem logischen Positivismus, dem amerikanischen Pragmatismus und dem kritischen Rationalismus“ hatte unter Anderem die zwei Positionen des Streits zum Thema und ich möchte in dieser Arbeit eine herausgreifen und genauer untersuchen, die Position Poppers. Die Arbeit vertieft einen wichtigen Punkt des Positivismusstreits: den rationalen Kritizismus Poppers und der Methode der Falsifikation.
Gliederung: