Das Verhältnis von „Sein“ und „Sollen“ in Friedrich Nietzsches genealogischer Kritik
1. Einleitung
Ich werde in diesem Aufsatz das Verhältnis von „Sein“ und „Sollen“ in Friedrich Nietzsches genealogischen Kritik der Moral untersuchen und dieses Verhältnis und die Methode kritisch auf ihren philosophischen Gehalt prüfen. Dazu werde ich die „Genealogie der Moral“ und „Jenseits von Gut und Böse“ untersuchen.
Um das Verhältnis zu bestimmen, werde ich zwei Argumentationsfiguren Nietzsches analysieren. Beide Figuren sind genealogisch und lassen dadurch auf ein Verhältnis von „Sein“ und „Sollen“ schließen.
Zum einen werde ich die These untersuchen, es gebe eine Herren- und eine Sklavenmoral und dann noch die Untersuchung der Strafe und ihrer Typen. Dabei werden diese Teile der Moralkritik Nietzsches nicht vollständig dargestellt, sondern nur auf das Verhältnis gepüft und in diesem Umfang entwickelt. Mir geht es darum, aus diesen Argumentationsschritten in Nietzsches Moralkritik die Methode heraus zu arbeiten. Denn die genealogische Methode Nietzsches gibt Aufschluss über das zu untersuchende Verhältnis.
Zuerst jedoch erläutere ich zunächst das traditionelle Standardverhältnis von „Sein“ und „Sollen“ in der Moraltheorie von Aristoteles, um die Neuerung Nietzsches besser darstellen zu können.
Ich stelle schon jetzt die Hypothese auf, dass bei Nietzsche eine Spaltung von „Sein“ und „Sollen“ erreicht werden soll. Ich werde in meiner Analyse zu zeigen versuchen, dass Nietzsche eine strickte Trennung von „Sein“ und „Sollen“ vornimmt um Kategorien getrennt zu halten, die seiner Meinung nach in jeglicher Moraltheorie vermischt wurden. Nietzsche will die Moral selbst als Problem gefasst wissen und nicht nur den Inhalt der Moral. Deshalb vollzieht er die Trennung von „Sein“ und „Sollen“. Es ist auch keine strikte Trennung, die keinesfalls aufgehoben werden kann, sondern Nietzsche fordert gute Gründe für die Aufhebung der Trennung. Seine Rundumkritik soll die Moral problematisieren. Dass mit seiner Kritik alle Moraltheorien gemeint sind, will ich im letzten Teil dieser Arbeit problematisieren. Keine Kritik ist allumfassend, die Moralkritik Nietzsches auch nicht, gibt dennoch jeder Theorie einige Prüfansätze auf, an denen sie sich selbst kritisch hinterfragen kann.
Dazu werde ich oberflächlich prüfen, inwieweit Kants moraltheoretischer Ansatz der Kritik Nietzsches einen Ansatzpunkt bietet. Meines Erachtens ist Kants Theorie nicht im Bereich der Kritik Nietzsches gelegen, da sie nicht auf ein historisches „Gut“ aufgebaut ist.
- 2. Die genealogische Kritik der Moral
- 3. Das traditionelle Verhältnis von „Sein“ und „Sollen“
- 4. Unterscheidung der Moral in Herren- und Sklavenmoral
- 5. Die Strafe
- 6. „Sein“ und „Sollen“ in der Denkfigur der Strafe
- 7. Welche philosophische Bedeutung hat die genealogische Kritik Nietzsches?
8. Literaturverzeichnis
Primärquellen:
Aristoteles: Nikomachische Ethik. Stuttgart 2004.
Nietzsche, Friedrich: Genealogie der Moral. München 1999.
Nietzsche, Friedrich: Jenseits von Gut und Böse. München 1999.
Sekundärquellen:
Merle, Jean-Christophe: Nietzsches Sraftheorie (II 8-15). In Höffe (Hrsg.): Zur Genealogie der Moral. Akademie. Berlin. 2004. S.97.
[...] Artikel ist Teil der Hausarbeit “Das Verhältnis von „Sein“ und „Sollen“ in Friedrich Nietzsches genealogischer Kr… // [...]